Ein Masterstudium im Ausland ist eine bewusste Entscheidung. Anders als beim Bachelor geht es selten um das erste Kennenlernen eines Fachs, sondern um Vertiefung, Spezialisierung und oft auch um die ersten Kontakte in einer künftigen Branche. Die Wahl der Stadt spielt dabei eine größere Rolle, als viele zunächst denken, denn ein starkes Institut allein reicht nicht. Es braucht auch ein Umfeld, in dem sich Studium, Netzwerk und Alltag gut verbinden lassen. Fünf europäische Städte stechen hier besonders hervor, weil sie jeweils Hochschulen mit international anerkanntem Ruf beheimaten.
Der Teil, der dabei am wenigsten mit dem Studium selbst zu tun hat, wird für die meisten trotzdem zur größten Belastung: die Wohnungssuche. Wer nur für ein oder zwei Jahre bleibt, passt in kein gängiges Muster. Ein Jahresvertrag ist oft zu lang gebunden, ein Hotelzimmer auf Dauer zu teuer, und viele Vermieter zögern grundsätzlich bei Mietern, die man vorher nicht persönlich kennenlernen konnte. Dazu kommt die Distanz. Wer aus einem anderen Land anreist, kann selten vorbeifahren, um sich ein Zimmer anzusehen, bevor er sich entscheiden muss, und genau in dieser Lücke zwischen kurzer Mietdauer und fehlender Vor-Ort-Präsenz scheitern viele Wohnungssuchen, noch bevor das Studium überhaupt begonnen hat. Plattformen wie HousingAnywhere haben sich auf genau dieses Problem spezialisiert und bieten eine der praktikableren Lösungen, um schon vor der Anreise ein verifiziertes Zimmer zu finden.
Berlin
Berlin zieht Masterstudierende aus aller Welt an, und das liegt nicht nur an den Universitäten selbst. Mit der Humboldt-Universität und der Freien Universität sitzen gleich zwei forschungsstarke Hochschulen in der Stadt, dazu die Charité, deren Ruf in der Medizin weit über Deutschland hinausreicht. Wer sich für Politik oder internationale Beziehungen interessiert, findet an der Hertie School ein Programm mit engem Bezug zur Berliner Politikszene. Stadtteile wie Neukölln oder Wedding sind bei internationalen Studierenden beliebt, weil die Mieten hier noch vergleichsweise moderat sind und die Anbindung an die Universitäten über U-Bahn und Bus gut funktioniert. Berlin ist zudem eine Stadt mit einer riesigen internationalen Community, sodass man selten lange allein bleibt, auch wenn die Wohnungssuche in einem so gefragten Markt Geduld erfordert.
Rotterdam
Rotterdam wird oft unterschätzt, ist aber im Bereich Wirtschaft und Management eine der stärksten Adressen Europas. Die Erasmus University Rotterdam und die dort angesiedelte Rotterdam School of Management zählen international zu den anerkanntesten Namen für Master- und MBA-Programme. Die Stadt selbst wirkt anders als das klassische Bild der Niederlande, geprägt von moderner Architektur, weil große Teile nach dem Zweiten Weltkrieg neu aufgebaut wurden. Studierende siedeln sich häufig in Vierteln wie Kralingen, in der Nähe des Campus, oder im lebendigen Witte de With an. Wie in den meisten niederländischen Städten ist die Nachfrage nach Zimmern deutlich größer als das Angebot, und wer sich in Rotterdam umsieht, stößt früher oder später auf Kamernet, eine Plattform, die sich speziell auf den niederländischen Zimmermarkt konzentriert und dadurch viele lokale Angebote direkt von Vermietern vor Ort sammelt.
Paris
Paris ist für ein Masterstudium in vielerlei Hinsicht ein Sonderfall, weil hier eine besonders hohe Dichte an renommierten Institutionen aufeinandertrifft. HEC Paris zählt regelmäßig zu den besten Business Schools Europas, während Sciences Po für Studiengänge in Politik, Wirtschaft und internationalen Beziehungen bekannt ist. Dazu kommt ein dichtes Netz weiterer grandes écoles, die Paris zu einem der wichtigsten akademischen Zentren des Kontinents machen. Der Pariser Wohnungsmarkt gilt allerdings als einer der schwierigsten in Europa, sowohl was die Preise als auch was die Verfügbarkeit betrifft. Viele internationale Studierende suchen deshalb gezielt in Vierteln wie dem 13. oder 19. Arrondissement, wo die Mieten im Pariser Vergleich noch überschaubar bleiben, auch wenn man dafür etwas weiter vom Zentrum entfernt wohnt.
Barcelona
Barcelona hat sich neben Madrid zu einem der wichtigsten Standorte für postgraduale Wirtschaftsausbildung in Spanien entwickelt. ESADE und IESE gehören beide zu den international bestplatzierten Business Schools weltweit und ziehen entsprechend viele ausländische Studierende an. Anders als Madrid bietet Barcelona den zusätzlichen Reiz von Meer, Architektur und einem sehr aktiven internationalen Networking-Umfeld. Studierende wohnen häufig in Vierteln wie Gràcia, das für seine ruhigen Plätze und sein dörfliches Flair bekannt ist, oder im Eixample, zentral gelegen mit guter Anbindung an beide Business Schools, auch wenn die Mieten dort inzwischen spürbar gestiegen sind.
Mailand
Mailand ist für ein wirtschaftswissenschaftliches Masterstudium kaum zu umgehen, denn die Bocconi University gehört zu den international bekanntesten Namen in diesem Bereich überhaupt. Die Stadt selbst funktioniert als Wirtschaftszentrum Italiens, was sich direkt in den Karrieremöglichkeiten während und nach dem Studium bemerkbar macht. Viertel wie Città Studi, in unmittelbarer Nähe zu mehreren Universitäten, oder Navigli, mit seinen Kanälen und seiner lebendigen Abendszene, sind bei internationalen Studierenden besonders gefragt. Die Mieten in Mailand gehören zu den höheren in Italien, weshalb sich ein früher Start bei der Wohnungssuche besonders auszahlt, gerade in den gefragten Vierteln nahe der Universitäten.
Der Master beginnt lange vor dem ersten Seminar
Ein gutes Masterprogramm öffnet Türen, aber der Alltag vor Ort entscheidet darüber, wie gut man diese Chance tatsächlich nutzen kann. Eine sichere Wohnsituation von Anfang an schafft den nötigen Freiraum, sich auf Studium, Netzwerk und neue Stadt zu konzentrieren, statt sich in den ersten Wochen mit der Zimmersuche aufzureiben. Wer frühzeitig plant und auf verifizierte Angebote setzt, kommt entspannt an und kann sich vom ersten Tag an auf das konzentrieren, weswegen man das Auslandssemester überhaupt begonnen hat.



