Horizontale oder vertikale Streifen auf dem MacBook-Display sehen schnell nach einem teuren Defekt aus. Dahinter muss jedoch nicht zwangsläufig beschädigte Hardware stecken. Bevor ein Reparaturtermin vereinbart wird, helfen einige Tests dabei, Softwareprobleme als Ursache auszuschließen.
Ein Neustart liefert einen ersten Hinweis
Tauchen die Streifen plötzlich während der Arbeit auf, sollte zunächst ein normaler Neustart folgen. Damit werden laufende Prozesse beendet und macOS vollständig neu geladen. Verschwindet die Bildstörung anschließend dauerhaft, spricht das eher gegen einen ständig vorhandenen Displaydefekt.
Bleiben die Linien sichtbar, lohnt sich ein Screenshot. Die Tastenkombination Shift + Command + 3 nimmt den gesamten Bildschirminhalt auf. Danach können Sie die Datei auf einem anderen Gerät anschauen. Wenn Sie die Streifen auch im Screenshot sehen, entsteht der Fehler schon bei der Bildausgabe im System. Fehlen Sie dort, während Sie auf dem eingebauten Bildschirm sichtbar sind, rückt das Display als Urheber in den Fokus.
Einige schnelle Lösungen können dabei helfen, mögliche Softwareursachen Schritt für Schritt auszuschließen.
Updates und angeschlossene Geräte kontrollieren
Als Nächstes werfen Sie einen Blick auf die Rubrik „Systemeinstellungen“, „Allgemein“ und „Softwareupdate“. Steht eine Aktualisierung für macOS bereit, sollte sie installiert werden. Mit einem aktuellen System werden Sie zwar keinen beschädigten Bildschirm los, können aber Fehler in der Software oder Darstellung von Grafiken beheben.
Sind Dockingstationen, Adapter oder externe Monitore angeschlossen, sollten diese für einen weiteren Test entfernt werden. Tritt die Störung danach nicht mehr auf, kann ein angeschlossenes Gerät oder dessen Verbindung beteiligt sein.
Wenn Sie über einen externen Bildschirm verfügen, nutzen Sie ihn zur Eingrenzung. Zeigt er Ihnen ein sauberes Bild, während auf dem MacBook weitere Linien zu sehen sind, haben Sie den nächsten Hinweis auf ein Problem mit dem Display.
Der sichere Modus grenzt Softwarefehler weiter ein
Starten Sie den Mac einmal im sicheren Modus, um die Fehlersuche voranzutreiben. MacOS lädt dabei erstmal nur die für den Start nötige Software und prüft gewisse Dinge. Je nach Art des Macs ist die Vorgehensweise unterschiedlich, ein Mac mit Apple-Chip funktioniert anders als ein älteres Intel-Modell.
Wenn die Streifen im sicheren Modus verschwinden, untersuchen Sie danach die Software, die bei einem normalen Systemstart geladen wird. Bleiben die Streifen im abgesicherten Modus bestehen, ist ein reines Softwareproblem unwahrscheinlicher.
Wann Sie zu Hause nicht mehr weitersuchen sollten
Zeigt das MacBook bereits während des Startvorgangs dauerhaft dieselben Linien, verschwinden diese auch im sicheren Modus nicht und bleibt ein externer Bildschirm gleichzeitig fehlerfrei, sollte die Hardware überprüft werden. Dafür starten Sie zunächst Apple Diagnostics, denn mit dem integrierten Diagnosewerkzeug lassen sich viele Hardwareprobleme erkennen und eventuell ein Referenzcode generieren. Der hilft Ihnen, wenn Sie den Support kontaktieren.
Öffnen Sie das Display nicht selbst und drücken Sie auch nicht darauf. Nach einem Sturz oder nach Flüssigkeitskontakt könnte auch eine mechanische Ursache hinter den Problemen stecken. Softwaretests sind eine erste Lösung, verhindern aber eine Reparatur nicht immer. Wenn Sie nicht auf die Lösung des Problems kommen oder sich ein hardwareseitiger Schaden andeutet, geben Sie den Mac zum Profi und lassen ihn dort reparieren. Drücken Sie selbst nicht auf dem Display rum, um weitere Schäden zu verhindern.



